Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin
Leo-Borchard-Musikschule
STEGLITZ-ZEHLENDORF
Martin-Buber-Straße 21 · 14163 Berlin · Tel.: (030) 90299 - 6494
Ihre Musikschule

Leo Borchard - Ein Porträt

Haus der Musikschule, Martin-Buber-Str. 21, Berlin Zehlendorf

Am 5. April 1990 erhielt
die Musikschule Steglitz-Zehlendorf den Namen
"Leo-Borchard-Musikschule"

Porträt Leo Borchard
Leo Borchard
(1899-1945)

Leo Borchard wird am 31.März 1899 in Moskau geboren; seine Jugendzeit verbringt er bis zum Abitur und dem gleichzeitigen Ausbruch der russischen Revolution in seinem Heimatland sowie Finnland, der Schweiz, Frankreich und Italien. Nach der Schulzeit erhält er eine intensive musikalische Grundausbildung.

Seit 1920, dem Zeitpunkt seiner endgültigen Übersiedelung nach Deutschland, widmet er sich ausschließlich der Dirigentenlaufbahn, wird Korrepetitor an der Städtischen Oper Berlin unter Otto Klemperer. Im Januar 1933 findet sein erstes Konzert mit dem Berliner Philharmonischen Orchester statt.

Leo Borchard wird in den 30er Jahren einer der meistverpflichteten Dirigenten bei den Berliner Philharmonikern. Seit 1935 erhält er wegen »politischer Unzuverlässigkeit« Auftrittsverbot. Ab 1938 bildet sich um ihn, seine Lebensgefährtin sowie den Arzt Walter Seitz von der Charité eine Widerstandsgruppe mit dem Decknamen »Onkel Emil«.

Leo Borchard ist der Gruppe durch seine zahlreichen Verbindungen, seine häufigen Auslandsaufenthalte, seine glänzenden Sprachkenntnisse und seine unbeirrbare, kompromisslose Haltung eine wichtige Stütze. Trotz dringender Aufforderungen, Berlin während der letzten schweren Kampfmonate zu verlassen, bleibt er in der Stadt; so kann er unmittelbar nach dem Zusammenbruch mit Energie die Sammlung und den Wiederaufbau des Philharmonischen Orchesters in Angriff nehmen, was ihm unter unendlichen Mühen und Schwierigkeiten gelingt. Sein hohes künstlerisches und menschliches Ansehen ermöglicht es, bei den Besatzungsmächten die Erlaubnis zu erwirken, dass er bereits am 26. Mai 1945, drei Wochen nach der Kapitulation, das erste Konzert mit dem Philharmonischen Orchester im Titaniapalast, dem ehemaligen Kino an der Grenze zwischen Steglitz und Friedenau, dirigieren kann.

Das Orchester ernennt Leo Borchard fest zu seinem ständigen ersten Dirigenten; jedoch nur 21 Mal spielt es unter seiner Leitung für die Berliner Bevölkerung und die allierten Truppen. Am 23. August stirbt Borchard durch einen tragischen Unglücksfall - versehentlich wird er von einem Besatzungssoldaten erschossen.

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