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Instrumentaufbau und -geschichte

Seit Ende des 18. Jh. wird die Querflöte anstelle der Blockflöte auch kurz »Flöte« genannt (ital. flauto traverso, flauto tedesco; frz. flûte traversière, flûte allemande; engl. German flute). Sie stellt das beweglichste und im Hinblick auf die Tonerzeugung einfachste unter den Holzblasinstrumenten dar. Das durch die Lippen des Bläsers geformte Luftband bricht sich an der Kante des im Kopfstück seitlich gebohrten Mundlochs, so dass (im Unterschied zu Rohrblatt- und Blechblasinstrumenten) die Lippen frei beweglich den Ansatz bilden. Als Material wurde zunächst Holz vom Pflaumenbaum, Buchsbaum, aber auch Kristall und Glas verwendet; später Elfenbein, Ebenholz und Silber.

Die Querflöte war in China bereits um 900 v. Chr. bekannt. Um 1100 n. Chr. gelangte sie nach Europa, wo sie zunächst als Militärflöte im deutschsprachigen Raum verwendet wurde und so auch als „Deutsche Flöte“ bezeichnet wurde. Erste Darstellungen der Verwendung der Querflöte (oder Querpfeife) in der Kunstmusik finden sich bereits im 16. Jh.. Von der Querpfeife hebt sich die Querflöte seit der 1. Hälfte des 17. Jh. ab. Bis um 1650 waren die Flöten aus einem Stück gefertigt, sie hatten eine zylindrische Bohrung und sechs Grifflöcher. Danach kam in Frankreich ein dreiteilig zerlegbarer Typus auf, bei dem nur das Kopfstück zylindrisch, das übrige Corpus jedoch verkehrt konisch gebohrt war und das Fußstück ausgewechselt werden konnte. Die neuartige Bohrung, die beträchtliche Wandstärke (bis 5mm) und das kleine, scharf geschnittene Mundstück ergaben den hellen, nuancenreichen Klang, der den am Hofe Ludwigs XIV. und XV. entstandenen Flötenkompositionen entspricht (Michel de La Barre, J. Hotteterre, Michel Blavet, G. Guillemain). Um 1720 hatten die Querflöten zwei Mittelstücke, deren oberes zur genauen Abstimmung austauschbar war. Der das Kopfstückende verschließende, früher festsitzende Kork war nunmehr beweglich und wurde bei Gebrauch eines längeren Mitteleinsatzes näher an das Mundloch herangeschoben. In der Zeit von Quantz kam die bis heute übliche Pfropfenschraube auf. Das Mundloch war in der 1. Hälfte des 18. Jh. rund und klein, was einen kleineren, aber schärferen Ton ergab als das rundovale oder ovale Mundloch (ab Ende des 18. Jh.). Später setzte sich die rechteckig-abgerundete Lochform Theobald Böhms durch.

Die Blütezeit der Querflöte war das 18. Jh. Neben zahlreichen Kammermusikwerken mit Querflöte entstanden im 18. Jh. viele Solokonzerte, so von Vivaldi, Telemann, Quantz, J. A. Hasse, J. G. Graun, Friedrich II., C Ph. E. und J. Chr. Bach, Boccherini, C. Stamitz, Cimarosa, W. A. Mozart und Danzi. Im 19. Jh. wurde die Querflöte von A. Reicha, Schubert und C. M. v. Weber kammermusikalisch eingesetzt, im 20. Jh. von Ibert, Hindemith, B. Martinu, Boulez, Fortner u.a. Konzerte für Querflöte komponierten Ibert, Jolivet, Genzmer und Petrassi, Werke für Flöte solo Debussy, Varèse, Hindemith, Jolivet und Berio. - Bedeutende Querflöten-Schulen schrieben J.  Hotteterre (1707), J. J. Quantz (Versuch, 1752), Johann Georg Tromlitz (2 Teile, 1791-1800), Fr. Devienne (1795), Antoine Hugot (1804), Johann Georg Wunderlich (1804), Anton Bernhard Fürstenau (1828 und 1834), Jean Louis Tulou (1835), Claude Paul Taffanel (1923, postum), Philippe Gaubert (1923), Hermann Zanke (1949), H.-P. Schmitz (1955) und Werner Richter (1959).

Neben der »großen« Flöte und der Piccoloflöte ist in Frankreich und Belgien gelegentlich das Flageolett in Gebrauch. Die Altflöte mit gekröpftem Kopfstück wird in neuerer Zeit nur gelegentlich verlangt, z.B. bei Strawinsky, Le Sacre du Printemps; H. W. Henze, Der Prinz von Homburg.








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