
Die Trompete ist ein überwiegend zylindrisches, eng mensuriertes Blasinstrument aus Metall (bevorzugt Messing, Goldmessing, Neusilber, bei Prunkstücken Silber) mit langgestreckt gebogener Schallröhre und halbkugeligem Kesselmundstück, das über drei Ventile für die chromatischen Töne zwischen den Naturtönen verfügt. Die Schwingungen werden in gleicher Weise erzeugt wie beim Horn; der Klang ist strahlend, scharf und hell. Der Klangumfang beträgt bei den verschiedenen Stimmlagen etwa 21/2 Oktaven. Die Trompete ist ein transponierendes Instrument, das in verschiedenen Stimmungen gebaut wird. Man unterscheidet: Kleine Trompete in D; Soprantrompete in B, C, und A; Alttrompete in F und E; Basstrompete in B, C und A. Im Orchester gehören die Trompeten zur Gruppe der Blechblasinstrumente. In der heutigen Orchesterpraxis wird für die Sopranlage die Kleine Trompete in B genutzt, welchen einen Ganzton, für die Alt- und Tenorlage die Große Trompete in F, die eine Quinte nach unten transponiert. Die tiefere A- bzw. Es-Stimmung kann bei beiden Instrumenten durch Stimmventile erreicht werden. Seltener werden die hohen »Bach«-Trompete in D oder die Baß-Trompete in C und B verwendet. Notiert werden die Trompete in der Partitur unter den Waldhörnern und (wenn Posaunen fehlen) direkt über den Pauken.
Die historische Entwicklung der Horn- und Trompeten-Instrumente reicht bis in die vorgeschichtliche Zeit hin, wo anfangs Naturprodukte wie Muscheln, Knochen, Stoßzähne, Tierhörner, Kalebassen oder Bambus, später Rinde, Elfenbein und Ton als Material verwendet wurden. Insbesondere die Lure und das Alphorn weisen Merkmale der frühzeitlichen Instrumente aus. Vor der Verwendung von Metall fehlt in der Regel ein besonderes Mundstück und oft auch ein Schalltrichter (Stürze). Unterschieden werden je nach der Stellung des Anblaslochs Längs- und Quer-Tr. Zu den Vorformen der Trompete gehören unter anderem die zyprische Ton-Trompete (4. Jh. v. Chr.), die altägyptische Metall-Trompete, die sumerische Holztube oder die jüdische Chazozra. Im antiken Rom war neben dem (kurzen) Signalinstrument Lituus bei militärischen, kultischen und festlichen Anlässen ebenfalls eine langgestreckte Bronze-Trompete mit Knochen- oder Hornmundstück (bei den Griechen Salpinx genannt) gebräuchlich. Verwandt mit dem Lituus sind die keltischen Hörner, die in Irland gefunden wurden.
Die aus Blech gefertigte Trompete erreichte Europa aus dem arabischen Raum im Zuge der Kreuzzüge und Arabereinfälle, wobei die langgestreckte Busine als ältester reiner Trompeten-Typus in Europa gilt (um 1100). Daneben waren Holz-Trompete bis ins 14. Jh. hinein häufig. Im 15. und 16. Jh. entstand aus der Busine die einwindige Natur-Trompete, die dank der Verlängerung und Biegung der Röhre eine größere Tontiefe erreichte.
Gespielt wurde die Trompete im Mittelalter vorwiegend von fahrenden Spielleuten, die zusammen mit Schalmeien zum Tanz aufspielten, ehe die Trompeter seit der 2. Hälfte des 15. Jh. an Höfen sesshaft wurden und neben dem unterhaltenden Spiel vor allem mit dem Blasen von Signalen im Kriegswesen und bei repräsentativen Anlässen beauftragt waren (trompette de menestrel und de guerre) und oft auch als Kurier fungierten. Der Tonvorrat der Tompete wurde im 15. Jh. von bis zu vier Naturtönen auf sechs bis acht erweitert, wie etwa bei der Zugtrompete. Signale wurden in den tiefen Registern geblasen, Feldstücke in der Prinzipallage, Toccaten in der Clarinlage. Im Zuge der Umfangserweiterung wurde der Zink als Sopran des Trompetenchors verdrängt und kam nur noch bei den deutschen Stadtpfeifern im 17. Jh. als Ersatz für die privilegierten Trompete weiterhin zum Einsatz. Beim mehrstimmigen oder mehrchörigen Spiel von Sonaten und Aufzügen wurden die Trompete bevorzugt als Bass von Pauken in verschiedenen Lagen begleitet. Das Clarinblasen (Clarino) etablierte sich eine Technik des virtuosen Trompeten-Spiels im concertierenden Stil in der Arie, im Concertino des Concerto grosso und im Solokonzert.
Auf den ventillosen bzw. Natur-Trompete waren zunächst nur Naturtöne verfügbar, so dass die Grundstimmung dieser Instrumente mit der Tonart der Komposition übereinstimmen musste. Erst seit der 2. Hälfte des 18. Jh. wurde dank zahlreicher Erfindungen der Tonvorrat durch verlängernde Setzstücke (Stimmbögen, Inventionshorn), Klappen, Züge (Slide trumpet in England) und vor allem durch Ventile chromatisch erweitert, so dass die Kunst des Clarinblasens überflüssig wurde. Dabei setzte sich die Ventil-Trompete in B und Es bis um 1840 zunächst in Militärkapellen, kurz darauf in F jedoch auch in den Symphonieorchestern durch. Als das Standardinstrument gilt seit etwa 1890 die Trompete in B, umstellbar nach A, mit dem Umfang f-d3. Üblich sind ebenfalls, neben Sonderformen wie der »Aida«-Trompete, die Trompete in C, D und Es sowie die im Ring des Nibelungen von R. Wagner etwa geforderte Baß-Trompete in C.

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Berlin, 29.07.2010 • 22:21:01






