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Donnerstag, 29. Juli 2010

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Instrumentaufbau und Geschichte

Das Cembalo [von ital. clavicembalo, aus clavis und cymbal; ital. auch gravicembalo; frz. clavessin, clavecin; engl. harpsichord; dt. auch Klavizymbel, Kielflügel], ist ein Klavierinstrument mit Zupfmechanik. Die Tonerzeugung beruht darauf, dass die Saiten durch Kiele angerissen werden. Im engeren Sinn versteht man unter Cembalo, im Unterschied zu den kleineren Modellen (Spinett, Virginal, Arpicordo), das große Modell in Flügelform mit parallel zu den Tasten verlaufenden Saiten. Aufrechte Flügelform hat das Clavicytherium. - Vorläufer des Cembalo war das Psalterium, das wahrscheinlich im 14. Jh. mit einer Klaviatur und einer Mechanik zum Anreißen der Saiten versehen wurde. Das älteste erhaltene Cembalo stammt aus dem Jahr 1521.

Die Saiten des Cembalo sind in der Regel aus Metall, selten aus Darm (Lautenclavizymbel), und verlaufen von den Anhängestiften über einen Steg zu den Stimmwirbeln, die im Stimmstock stecken. Der Resonanzboden trägt bei alten Instrumenten eine verzierte Rosette. Die Cembali des 16.-18. Jh. wurden meist in einen bemalten Kasten mit Gestell eingeschlossen. Für ital. Instrumente wurde oft Zedern- oder Zypressenholz verwandt, sonst Eiche u.a. Cembali mit 2 Manualen sind seit dem späten 16. Jh. nachweisbar, selten auch mit 3-4 Manualen. Das 2. Manual stand bis um die Mitte des 17. Jh. und bes. bei nld. Instrumenten eine Quarte tiefer als das erste. Der Tonumfang des Cembalo steigerte sich von knapp 3 im 16. Jh. bis auf über 5 Oktaven im 18. Jh. Für jedes Manual können mehrere Reihen von Docken eingerichtet werden, die durch Handzüge oder (seit dem 17. Jh. vereinzelt, bei modernen Instrumenten häufig) Pedaltritte ein- und ausgeschaltet und gekoppelt werden. So ist wie auf der Orgel ein Wechsel von Registern verschiedener Fußtonlage oder Klangfarbe möglich. Das häufigste unter den Registern (»Veränderungen«) ist der Lautenzug, dessen Docken näher dem Steg sitzen oder bei dem (seit Ende des 18. Jh.) eine Filzleiste an die Saiten gedrückt wird. Beim Harfenzug werden Leder- oder Filzpolster oder Messinghaken an die Saiten gelegt. Den Jalousieschweller (engl. Venetian swell) führte Shudi 1769 ein.

Das Cembalo war neben der Orgel im 16.-18. Jh. das vornehmste Klavier zum solistischen und konzertanten Spiel sowie seit dem 17. Jh. zum Generalbaßspiel. Nach dem Umschwung im Klavierbau um 1760 kam es allmählich außer Gebrauch und wurde im 19. Jh. nur noch in historischen Konzerten u.a. von I. Moscheles (von 1837 an), C. Engel, E. Pauer (von 1861 an in London) sowie L. Diémer (seit der Pariser Weltausstellung 1889) gespielt. Mit der Pflege alter Musik zu Beginn des 20. Jh. erlebte das Cembalo eine Wiedergeburt und wird heute für eine stilgerechte Wiedergabe der Klaviermusik des 16.-18. Jh. und als Generalbaßinstrument, sowie in C.-Kompositionen des 20. Jh. (de Falla, Martiny, Distler, Poulenc, Fr. Martin, Klebe, Bialas) eingesetzt. (Zur Geschichte der Tasteninstrumente vgl. auch Max Weber: Klavier und Orgel)











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