Veranstaltungshinweis:


Donnerstag, 29. Juli 2010

Keine News in dieser Ansicht.



Instrumentaufbau und -geschichte

Die Blockflöte (B.), auch Schnabel- bzw. Kernspaltflöte genannt (ital. flauto diritto, flauto dolce; frz. flûte douce, flûte à bec; engl. recorder), galt im 16. bis 18. Jh. als die Flöte schlechthin. Sie ist die wichtigste Art der Längsflöten. Ihren Namen verdankt sie dem Verschlußkern, einem hölzernen Block (Kern) im Kopf, neben dem nur eine enge Spalte (Kernspalte) frei bleibt. Durch diese wird der Atem des Bläsers gegen die Kante eines Aufschnitts (Fenster) geführt, wobei der Ton nur unwesentlich beeinflußt werden kann; er ist verhalten, zart und still. Die bei weiter Mensur fast zylindrische, bei enger Mensur konische Spielröhre (Birne, Ahorn oder Edelhölzer) hat in der Regel sieben vorderständige Grifflöcher und ein Daumenloch.

Frühformen der B. (Knochenflöte) konnten durch Funde in England und Nordeuropa bereits in der Steinzeit nachgeweisen werden. In Zeichnungen taucht die B. in Europa zuerst im 11. Jh. in Frankreich auf. In der 2. Hälfte des 15. Jh. wurde das doppelte unterste Griffloch eingeführt, so dass je nachdem, welche Hand unten spielte, eines mit Wachs zu verschließen war. Zum vollständigen Stimmwerk wurde die B. bei Praetorius (1619) ausgebaut mit Klein Flötlein in g2, Diskantflöte in d2 und c2, Altflöte in g1, Tenorflöte in c1, Bassettflöte in f, Baßflöte in B, Großbaßflöte in F. Im 17. Jh. wurde das Doppelloch durch das Einzelloch erstetzt, das sich seitdem bei den größeren Instrumenten im drehbaren Fuß befindet. In England existierten im 17. Jh. Baßflöten (bis 2,50m Länge), die mit Pedalen zu bedienende Klappen hatten.

Die Barockflöte dieser Zeit unterscheidet sich vom frühen Instrument durch die äußere Form, die jetzt mehrfach ausgebuchtet und mit Ringen verziert ist, und durch die engere Mensur, meist mit breiterem Labium. Der Ton wird dadurch obertonreicher, der Umfang größer (zwei Oktaven und mehr, gegenüber 13-14 Tönen bei Praetorius). Als späte Höhepunkte gelten die Werke von Vivaldi, Telemann, Händel und J. S. Bach.

Um 1750 wurde die wenig ausdrucksfähige B. von der Querflöte verdrängt. Erst um 1910 gewann sie wieder an Bedeutung, bes. durch A. Dolmetsch in England und durch P. Harlan in Deutschland in Verbindung mit der Jugendmusikbewegung der 1920er Jahre. Gebaut werden heute Nachahmungen barocker Modelle und Neubildungen nach äußerer Form (Tuju- B., aus dem Renaissancetyp entwickelt) und Mensur (mit sogenannter moderner oder dt. Griffweise neben der barocken), aber auch billige Schulflöten aus Kunststoff (Sopran in C, Alt in F, Tenor in C, Baß in F; alle Flöten klingen eine Oktave höher als notiert, mit Ausnahme der Sololiteratur für Alt-B.).

Im Unterricht an der Leo-Borchard-Musikschule werden grundsätzlich Blockflöten mit barocker Griffweise verwendet.






 | Über uns |  | Lehrangebote |  | Anmeldung |  | Veranstaltungen |  | Newsletter |  | Links | 
© Leo-Borchard-Musikschule Berlin Steglitz-Zehlendorf 2003 • Website by TYPO3farm • Seite zuletzt aktualisiert: 24.03.2004
Besucher in den letzten 10 Minuten: 5 Heute: 70 Gestern: 75 Seit November 2003: 71776
Berlin, 29.07.2010 22:29:21

Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin

Leo-Borchard-Musikschule

STEGLITZ-ZEHLENDORF

Martin-Buber-Straße 21 · 14163 Berlin · Tel.: (030) 90299 - 6494




Seite zuletzt aktualisiert: 24.03.2004 •Besucher in den letzten 10 Minuten: 5 Heute: 70 Gestern: 75 Seit November 2003: 71776
Berlin, 29.07.2010 22:29:21
Seite zuletzt aktualisiert: 24.03.2004 •Besucher in den letzten 10 Minuten: 5 Heute: 70 Gestern: 75 Seit November 2003: 71776
Berlin, 29.07.2010 22:29:21
Holzblasinstrumente
Blockflöte